Der Regen peitschte gnadenlos gegen die Windschutzscheibe des alten, gelben Taxis, und die Tropfen sammelten sich schnell, fast unmöglich, während die Scheibenwischer verzweifelt versuchten,
sie wegzuwischen. Pablo richtete vorsichtig die Mütze auf seinem Kopf, die gegen seine Stirn drückte, aber gleichzeitig ein Gefühl von Schutz vermittelte. Als könnte dieses einfache, unscheinbare Stück Stoff seinen Schmerz,
seine Enttäuschung und den Sturm in seinem Herzen verbergen.
Seine Hände — einst stark, entschlossen, die Hände, die Millionenverträge unterzeichneten, über Schicksale von Unternehmen entschieden, Imperien aufbauten — zitterten jetzt am abgewetzten Lenkrad.
Früher waren sie mächtig und unaufhaltsam, nun wirkten sie fremd und zerbrechlich. Im engen, von alten Gerüchen durchzogenen Innenraum des Taxis erkannte Pablo sich selbst kaum wieder.
Er hätte nie gedacht, dass er einmal dazu kommen würde, seine eigene Frau zu beobachten, noch dazu verkleidet, fast lächerlich, als Taxifahrer, unsichtbar im Trubel der Stadt.
Jahrelang hatte er sein Hotelimperium aus dem Nichts aufgebaut. Schritt für Schritt verwandelte er kleine Familienpensionen in ein landesweites Netzwerk.
Sein Name erschien regelmäßig in Wirtschaftsmagazinen; sein Bild in der geschlossenen Geschäftswelt, wo Erfolg die einzige echte Währung war.
Und doch fühlte sich Pablo an diesem Morgen, in dem von Fernando gemieteten Taxi, wie der ärmste Mann der Welt.
Alles, von dem er dachte, es gehöre ihm, schien auf einen Schlag zusammengebrochen zu sein, und vor ihm tat sich eine leere, dunkle Schlucht auf.

Alles hatte eine Woche zuvor begonnen, als er auf Catherines Handy eine Nachricht entdeckte, die sein Leben zerschnitt:
„Morgen um drei, wie immer. Ich liebe dich.“ — von einer unbekannten Nummer.
Seine Frau — die Frau, mit der er Jahrzehnte verbracht hatte, Mutter seiner Kinder — war mit einem anderen zusammen.
Catherine war einst alles gewesen, was Pablo in einer Frau gesucht hatte: elegant, intelligent, mit einem strahlenden Lächeln. Als sie sich trafen, begann Pablo gerade sein Unternehmen.
Jahrelang glaubte er, sie stehe an seiner Seite, sie hätten alles zusammen aufgebaut… und nun stürzte seine ganze Welt innerhalb eines Augenblicks ein.
Die Realität traf ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Zuerst dachte er an einen Privatdetektiv, doch er wusste, dass das Gerücht sich explosionsartig verbreiten und nicht nur seine Ehe, sondern sein gesamtes aufgebautes Leben zerstören würde.
Dann kam Fernandos unerwartete Idee:
— Herr Pablo, sagte er vorsichtig, mit aufmerksamer Stimme, wenn Sie die Wahrheit wirklich erfahren wollen, ohne dass es jemand merkt… müssen Sie es selbst tun. Wir besorgen ein Taxi,
Mütze, dunkle Sonnenbrille, einfaches Hemd… niemand erkennt Sie.
Zuerst lachte Pablo — nervös, bitter. Die Idee erschien ihm absurd. Doch je länger er darüber nachdachte,
desto klarer wurde es: Catherine würde niemals vermuten, dass ihr Millionärsgatte in der Stadt Taxi fuhr.
Drei Tage lang brachte Fernando ihm alles bei: den Umgang mit dem Taxameter, die beliebtesten Routen, wie man kurz und ruhig mit den Fahrgästen spricht.
Pablo war überrascht, wie wenig er eigentlich über seine eigene Stadt wusste — die Stadt, die er bisher nur durch die schwarzen Scheiben seiner Limousine gesehen hatte.
Am vierten Tag stand er an einer Straßenecke — bei dem Einkaufszentrum, in das Catherine oft ging. Abgetragene Jeans,
buntes Hemd, dunkle Sonnenbrille, alte Mütze, drei Tage Bart — Pablo war völlig unsichtbar. Nicht einmal seine eigenen Kinder hätten ihn erkannt.
Stundenlang beobachtete er Passanten, den Verkehr, die Schatten. Jeder Mensch, der auch nur im Geringsten an Catherine erinnerte, ließ sein Herz schneller schlagen.
Und als der Moment kam — als er erkannte, wovor er sein ganzes Leben lang Angst gehabt hatte — war es ein Schlag, den ein Mensch für immer mit sich trägt. Eine Wunde, die niemals heilt.







