Pataky Attila, der legendäre Sänger der Band Edda, trägt mit 72 Jahren immer noch die Energie der Rockbühnen in sich,
doch die Realität des Alltags ist weitaus härter, als es irgendein Song ausdrücken könnte. Mit ungeschönter Ehrlichkeit spricht er darüber,
dass seine Rente kaum für die einfachsten Lebensmittel reicht und jeder neue Monat ein weiterer Kampf ist.
„Seht doch, was ich Tag für Tag essen muss, nur um nicht zu verhungern…“ sagt er bitter, und in seiner Stimme schwingt gleichzeitig Humor,
Schmerz und ein Hauch von Hilflosigkeit mit. Jahrzehntelang stand er auf den Bühnen, inspirierte tausende Menschen mit seinen Liedern,
und dennoch hat er das Gefühl, dass das System seine Arbeit, sein Leiden und all die Jahre harter, hingebungsvoller Arbeit nicht respektiert.
In der Zeit vor dem Systemwechsel wurden von seinem Gehalt monatlich Abgaben abgezogen, die theoretisch seine Rente sichern sollten. Doch die Realität sieht anders aus:

Die Rente, die er bekommt, ist lächerlich gering. „Es ist lächerlich, dass meine Lieder ständig im Radio laufen, während ich überlege, bei welchem Supermarktangebot ich zuschlagen soll,
damit ich über den Monat komme. Schweinerücken ist inzwischen fast schon ein Luxusprodukt“, sagt er, und in seinen Augen spiegelt sich die Anspannung und Bitterkeit wider,
die finanzielle Not verursacht. Die Lage seiner Musiker-Kollegen ist oft noch aussichtsloser, und Pataky gibt offen zu, dass er sich glücklich schätzen kann,
in eine etwas höhere Rentenklasse eingestuft worden zu sein als zum Beispiel Nagy Feró oder der verstorbene Koós János, doch der Unterschied zur wirklichen Lebensrealität ist minimal.
In Budajenő lebt er in seinem früheren Traumhaus, doch auch hier klopft die harte Realität regelmäßig an die Tür. Seine Rente reicht nicht einmal,
um die Nebenkosten für das Haus zu decken, und so dreht sich sein Alltag mehr ums Überleben als um Ruhe und Frieden. „Das ist kein Leben, das ist Überleben“,
sagt er schlicht, und in seiner Stimme liegt die Müdigkeit, die Verzweiflung und die Leere, die durch die täglichen Kämpfe entstanden ist. Dennoch hofft er,
dass eines Tages jene Phase ein Ende findet, die er selbst als sieben entbehrungsreiche Jahre beschreibt, eine Zeit, in der eine Reihe körperlicher und seelischer Prüfungen ihn unaufhörlich auf die Probe gestellt hat.
In den letzten Jahren kämpfte er fast ununterbrochen mit seiner Gesundheit: Entzündungen im Gesicht, in den Nebenhöhlen und in der Lunge,
Magen-Darm-Erkrankungen, Darmkrebs, Hämorrhoiden-Operationen – die Liste ist so schwer, dass es scheint, als hätte jede Krankheit ihm ein Stück Leben geraubt.
Doch trotz all dieser Prüfungen hat er niemals aufgegeben und jeden Schmerz, jede Herausforderung in Musik verwandelt. Sein neues Doppelalbum erzählt die Geschichte seines Lebens: Jeder Ton,
jedes Wort spricht von Überleben, Durchhaltevermögen und Hoffnung. „Unglaublich, was ich alles durchmachen musste,
aber all das steckt in jedem Ton des Albums“, sagt er, und in seiner Stimme ist Stolz zu hören, dass er den Schmerz in kreative Kraft verwandeln konnte.
Trotz aller Schwierigkeiten sprüht Pataky vor Energie, die er besonders aus den gemeinsamen Momenten mit seinem 14-jährigen Sohn Acsa schöpft. Sie gehen jede Woche zusammen schwimmen,
was für sie zu einem fast heiligen Ritual geworden ist und ihn für kurze Zeit alle Sorgen vergessen lässt. Acsa lernt auch Gitarre zu spielen, doch immer mehr zieht ihn Wasserball in seinen Bann,
und Pataky drängt ihn nicht, eine Entscheidung zu treffen: Er lässt den Jungen seinen eigenen Weg finden.

Auch sein älterer Sohn, Gergő, ist mit 41 Jahren Musiker, und Pataky ist stolz darauf, dass das Feuer des Rock in der nächsten Generation weiterlebt.
Seine Frau, Nyikovics Orsolya, ist nicht nur Kosmetikerin, sondern auch die erste Zuhörerin all seiner neuen Lieder. Beim Lesen der Texte des Doppelalbums wird sie oft emotional,
weil in jeder Zeile der Mann zu spüren ist, der gekämpft, gelitten, aber nie aufgegeben hat.
Für Orsolya sind die Texte nicht nur wichtig, sondern auch die Erkenntnis, welche innere Stärke ihr Mann besitzt, der trotz aller Widrigkeiten Wege findet, sein Leben in Musik zu verwandeln.
Die Liebe und Unterstützung, die er von seiner Familie erhält, sind für ihn eine unverzichtbare Kraftquelle, ohne die der Alltag vielleicht unerträglich wäre.
Auch wenn die Rente keine Legende ehrt und die Kämpfe des Alltags manchmal überwältigend wirken,
glaubt Pataky Attila fest daran, dass die Kraft der Musik, der Familie und des Durchhaltevermögens jeden Menschen über jede Schwierigkeit hinwegtragen kann.
Die Realität ist hart, die finanzielle Lage unsicher, das tägliche Überleben ein ständiger Test, doch seine Seele und Leidenschaft verblassen niemals. Für ihn ist es am wichtigsten,
dass Liebe und gemeinsame Erlebnisse Energie geben und dass er trotz aller Widrigkeiten den Geist des Rock weitertragen kann.
Denn auch wenn die Rente klein ist, sind Musik, die Liebe der Familie und die Kraft des Durchhaltens Schätze,
die sich mit keinem Geld der Welt aufwiegen lassen, und sie geben dem Leben seinen wahren Wert.
Und genau diese Schätze lassen ihn heute noch lächeln, wenn er seine Lieder hört und das Feuer in seinen Kindern brennen sieht.







